Der Waldbrand, der am Dienstagnachmittag in der Gemeinde Pinofranqueado in der Region Las Hurdes der Provinz Cáceres ausbrach, hat die gesamte Region in Alarmbereitschaft versetzt. Die Rauchsäule ist von mehreren Punkten in der etwa drei Kilometer entfernten Provinz Salamanca aus sichtbar. Der Katastrophenschutzplan Infoex erhöhte um 16:30 Uhr die Alarmstufe auf 2. Diese Stufe wird aktiviert, wenn das Feuer die Bevölkerung oder Sachwerte gefährden könnte und den Einsatz zusätzlicher staatlicher Ressourcen erfordert.
Die rasche Ausbreitung der Flammen, die gegen 14:50 Uhr ausbrach, hat die vorsorgliche Evakuierung von rund 600 Menschen aus acht Weilern erzwungen: Avellanar, Castillo, Erías, Horcajo, El Gasco, Martinlandrán, La Fragosa und Robledo. Alle Evakuierten wurden in das Studentenwohnheim Gregorio Marañón in Caminomorisco gebracht. Alternativ kann auch das Dokumentationszentrum Pinofranqueado genutzt werden. Zusätzlich wurden die Bewohner eines Behindertenzentrums in La Fragosa evakuiert.
Feuer in Pinofranqueado: Evakuierungen und Stufe 2

Der Einsatz wird weiter ausgeweitet. Laut den neuesten Daten von Infoex sind 123 Einsatzkräfte vor Ort, darunter neun bodengebundene Waldbrandbekämpfungseinheiten, acht Hubschraubereinheiten, zwei Umweltschutzbeauftragte und fünf Brandbekämpfungstechniker. Aus der Luft führen zwölf Hubschrauber und fünf Amphibienflugzeuge ununterbrochene Wasserabwürfe auf die aktivsten Brandherde durch, während vier schwere Maschinen in den unzugänglichsten Gebieten Brandschneisen anlegen.
Die Ausrufung der Alarmstufe 2 ermöglicht den Einsatz staatlicher Ressourcen. So hat die Militärische Notfalleinheit (UME) das Erste Notfallinterventionsbataillon mobilisiert, das von seinem Stützpunkt in Torrejón de Ardoz (Madrid) nach Nord-Extremadura verlegt wurde. Auch Waldbrandverstärkungsbrigaden (BRIF) aus Ávila (La Iglesuela) und Toledo (Puerto Pico) unterstützen die Maßnahmen und arbeiten mit der BRIF aus Pinofranqueado bei der direkten Brandbekämpfung und der Unterstützung aus der Höhe zusammen.
Einsatz von Feuerwehrressourcen
Neben dem Infoex-Plan sind Mitarbeiter des Ministeriums für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung (MITECO), Feuerwehrleute des Provinzrats von Cáceres (SEPEI), Angehörige der Guardia Civil und Mitarbeiter der Forstfeuerwehr Kastilien und León (INFOCYL) beteiligt. Die vorgeschobene Einsatzleitung (PMA) wurde auf dem BRIF-Stützpunkt in Pinofranqueado eingerichtet; von dort aus werden alle Operationen koordiniert.
Die Behörden weisen die Bevölkerung darauf hin, dass im Falle eines solchen Einsatzes die offiziellen Anweisungen unbedingt zu befolgen sind. Betroffene Gebiete und Flugzeuge dürfen nicht betreten werden. Drohnen dürfen unter keinen Umständen eingesetzt werden, da sie schwere Unfälle verursachen und die Löscharbeiten behindern könnten. Die Behörden bitten außerdem um Mithilfe, Zufahrtsstraßen nicht zu blockieren.
Interregionale Hilfe- und Sicherheitsmaßnahmen

Die Solidarität zwischen den Gemeinden ist deutlich geworden. Neben der Militärischen Notfalleinheit (UME) und den Waldbrandbrigaden (BRIF) anderer Regionen beteiligt sich auch Kastilien und León über INFOCYL (die regionale Umweltbehörde) an der Operation. Aufgrund der Nähe zu Salamanca ist der Rauch in Orten wie Ciudad Rodrigo sichtbar, und einige Anwohner äußerten sich besorgt über die möglichen Auswirkungen auf die Luftqualität.
Die Regionalregierung von Extremadura hat ihren Sonderplan für den Katastrophenschutz bei Waldbränden (Infocaex) auf Stufe 2 aktiviert und schließt eine Erhöhung der Stufe nicht aus, sollte die Brandentwicklung dies erfordern. Derzeit lodern die Flammen noch, und die Einsatzkräfte arbeiten unermüdlich. Priorität hat der Schutz von Menschen und Eigentum sowie die Eindämmung des Brandes, der an die verheerende Katastrophe in der Region Las Hurdes vor einem Jahr erinnert.
Nachdem 600 Menschen evakuiert wurden und ein großangelegter Einsatz zu Boden und aus der Luft läuft, bleibt die Lage kritisch. Die Behörden mahnen zur Vorsicht und bitten die Bevölkerung um größtmögliche Kooperation. Der weitere Verlauf des Feuers hängt von den Wetterbedingungen und dem Einsatz der Feuerwehrleute ab, die unermüdlich gegen die Flammen kämpfen, die die Region um Cáceres erneut in Alarmbereitschaft versetzen.
