
Die Umwandlung alter Kohlebergwerke in produktive Standorte für Solarenergie revolutioniert den globalen Energiesektor. Da der Kohlebergbau zugunsten saubererer Energiequellen an Boden verliert, werden riesige Flächen, die jahrzehntelang dem Kohlebergbau vorbehalten waren, in Solarfelder umgewandelt, die ganze Länder mit Strom versorgen können.
Experten und verschiedene internationale Organisationen gehen davon aus, dass der globale Energiemix bis zum Ende des Jahrzehnts um fast 300 Gigawatt (GW) Solarenergie erweitert werden könnte, wenn das Potenzial stillgelegter Kohlebergwerke ausgeschöpft würde. Die Zahlen stammen aus aktuellen Untersuchungen von Organisationen wie Global Energy Monitor, die die Schließung von Bergwerken verfolgt und die für großflächige Solarmodule geeignete Fläche berechnet haben.
Ein globales Potenzial, das von Großmächten vorangetrieben wird

Weltweit sind durch die Schließung von Hunderten von Minen in den letzten Jahren mehr als 2.000 km² verfügbar in Solarkraftwerke umgewandelt werden sollen. Allein Australien, einer der weltweit größten Produzenten, hat bereits rund 1.470 km² als für derartige Projekte geeignet identifiziert, was einer potenziellen Kapazität von rund 73 GW entspricht.
China ist derzeit führend bei der Umrüstung alter Kohlebergwerke: 90 Solarprojekte sind bereits im Gange und weitere 46 befinden sich in der Planungsphase. Dieser Fall dient als Beispiel für andere große Produktionsländer wie die USA, Indonesien und Indien, deren Staatsgebiet den Großteil des durch den Bergbau zerstörten Landes umfasst, das nun für erneuerbare Energien zur Verfügung steht.
Die Nähe dieser Minen zur bestehenden elektrischen Infrastruktur, wie Umspannwerke und Übertragungsleitungen, erleichtert die sofortige Integration neuer Solarstromerzeugung in das Stromnetz. Der Global Energy Monitor schätzt, dass sich mehr als 95 % der in den letzten Jahren geschlossenen Minen im Umkreis von 10 km um ein Stromnetz befinden. Damit ist eines der Haupthindernisse für die Installation großflächiger Solaranlagen beseitigt.
Vorteile für die Umwelt, die Gesellschaft und die Wirtschaft
Die Umstellung dieser Räume geht weit über die Erzeugung sauberen Stroms hinaus. Verschiedene Analysen deuten darauf hin, dass durch die Installation von Solaranlagen in stillgelegten Minen allein im Baugewerbe mehr als 250.000 dauerhafte Arbeitsplätze und weitere 317.000 befristete Stellen geschaffen werden könnten – deutlich mehr als die Zahl der Arbeitsplätze, die bis 2035 voraussichtlich in der Kohleindustrie verschwinden werden.
Neben der Wiederbelebung von Arbeitsplätzen und der Stärkung der lokalen Wirtschaft ist die Wiederverwendung degradierter Flächen Damit können wir ein doppeltes Problem lösen: die ökologische Wiederherstellung der vom Bergbau betroffenen Gebiete und die Suche nach Flächen für neue erneuerbare Infrastruktur, ohne dass es zu Konflikten mit anderen Landnutzungen wie der Landwirtschaft oder dem Naturschutz kommt.
In vielen Fällen umfasst die Umweltsanierung die Versiegelung ehemaliger Giftmülldeponien und die Grundwasserbewirtschaftung., wesentliche Aufgaben, um die Stabilität des Landes und die Sicherheit der umliegenden Gemeinden zu gewährleisten.
Ausgewählte Fälle und zukünftige Herausforderungen
Mehrere Länder haben bereits symbolträchtige Umstellungsprojekte gestartet. In Australien beispielsweise wurden Pläne angekündigt, auf alten Bergwerken Solarenergie mit einer Leistung von über 2,7 GW zu installieren, während in China die installierte Gesamtleistung 14 GW übersteigt und von Jahr zu Jahr weiter steigt.
Die Umgestaltung einer stillgelegten Mine ist nicht immer eine leichte Aufgabe. Verwaltungsaufwand, Bürokratie und die Notwendigkeit, die physische Stabilität des Geländes zu gewährleisten (insbesondere in Minen unterhalb des Grundwasserspiegels, wie beispielsweise Hazelwood oder Yallourn in Australien), können die Realisierung neuer Solarparks verzögern. Manchmal besteht die Lösung darin, Grubenhohlräume mit Wasser oder Füllmaterial zu verfüllen, um das Risiko von Bodensenkungen und Schäden an der umliegenden Infrastruktur zu vermeiden.
Die meisten Projekte profitieren von der Verfügbarkeit nahegelegener Stromnetze, was die Kosten senkt und die Wirtschaftlichkeit steigert. Auch die Rückgewinnung dieser Flächen für andere Zwecke stößt auf Interesse: In Australien werden bereits Alternativen wie die auf Schwerkraft basierende Energiespeicherung in Minenschächten oder die Entwicklung von Pumpspeicherkraftwerken, stets in Kombination mit Solar- und Windenergie, erforscht.
Perspektiven für die kommenden Jahre
Die Umstellung von Kohlebergwerken auf Solaranlagen könnte bis zu 15 Prozent der für 2030 geplanten neuen weltweiten Solarkapazität ausmachen. Zusammen mit dem großen Portfolio an großen Solarprojekten, die sich derzeit in der Entwicklung befinden (mehr als 2.000 GW weltweit), markiert dies einen Paradigmenwechsel, der nicht nur dabei hilft, internationale Klimaverpflichtungen zu erfüllen, sondern auch eine realistische Alternative für die Regeneration von Regionen darstellt, die traditionell von Kohle abhängig sind.
Diese Strategie trägt nicht nur zur Milderung von Landnutzungskonflikten und zur Verringerung der Arbeitslosigkeit in Bergbaugebieten bei, sondern beschleunigt auch den Übergang zu sauberer Energie.Wie Analysten betonen, liegt der Schlüssel in der Einführung geeigneter politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen, um die schnelle Transformation dieser Gebiete zu erleichtern und den Erfolg der Energiewende sicherzustellen, ohne dabei die lokalen Gemeinschaften oder Umweltziele zu vernachlässigen.