Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE), das multinationale Unternehmen, das Anfang 2017 aus dem Zusammenschluss von Siemens und Gamesa hervorging, hat seine ersten gemeinsamen Windkraftanlagen-Designs vorgestellt. Diese beiden innovativen Turbinen, eine für die Installation an Land und die andere für den Einsatz auf See, versprechen, die globale Windenergiebranche grundlegend zu verändern.
Die beiden angekündigten Modelle sind die SG 4.2-145 für Onshore-Installationen und die SG 8.0-167 DD für die Offshore-Windenergieerzeugung. Beide Windkraftanlagen bieten deutliche Verbesserungen der Energieeffizienz und wurden mit fortschrittlichen Technologien entwickelt, die die besten Eigenschaften beider Marken vereinen.
SG 4.2-145: Innovation für mittlere Winde
Das Modell SG 4.2-145 gehört zur neuen 4.X-Plattform von Siemens Gamesa und bietet eine Nennleistung von 4,2 MW mit einem 145 Meter großen Rotor , wodurch es mittlere Windgeschwindigkeiten optimal nutzen kann. Der Hersteller hebt hervor, dass diese Turbine an verschiedenen Standorten einsetzbar ist und im Vergleich zu Vorgängermodellen des Unternehmens 21 % mehr Jahresenergie produziert .
Diese Windkraftanlage verfügt über ein dreistufiges Getriebe und einen doppelt gespeisten Induktionsgenerator (DFIG) , beides Elemente, die sich im Laufe der Jahre dank der gemeinsamen Erfahrung beider Unternehmen bei der Installation von mehr als 72,000 MW weltweit bewährt haben.
Ein weiteres Hauptmerkmal ist seine Flexibilität: Die Leistung lässt sich je nach Kundenbedarf zwischen 4 und 4,4 MW anpassen, und es kann mit Türmen unterschiedlicher Nabenhöhen ( 107,5, 127,5 und 157,5 Meter) konfiguriert werden . Diese Anpassungsmöglichkeiten machen es ideal für den Einsatz in unterschiedlichstem Gelände und unter verschiedensten Bedingungen.
Das 71 Meter lange Rotorblatt zeichnet sich durch seine signifikante Dicke an der Wurzel aus, wodurch die Masse bei minimalem Kostenaufwand optimiert wird. Es wurde zudem in Windkanälen validiert, und die Reduzierung der Flügeltiefe in den Zwischenbereichen begrenzt die maximalen Belastungen. Diese optimierte Konstruktion zielt außerdem auf eine Geräuschreduzierung ab, die bei Volllast bei etwa 106,9 dB liegt.
Zeitplan für die Umsetzung
Der erste SG 4.2-145-Prototyp soll im Herbst 2018 installiert werden und sein Musterzertifikat soll Anfang 2019 vorliegen, wenn dann auch die Massenproduktion beginnen soll. Mit diesen Fortschritten möchte sich Siemens Gamesa als Technologieführer für landgestützte Turbinen etablieren und setzt dabei auf Effizienz und Anpassungsfähigkeit für verschiedene Arten von Standorten.
SG 8.0-167 DD: Die Meeresrevolution
Das Modell SG 8.0-167 DD ist ein wahrer Gigant der Meeresenergie. Mit einer Leistung von 8 MW und einem Rotordurchmesser von 167 Metern ist diese Turbine für maximale Energieproduktion in Offshore-Windparks ausgelegt. Ihre 82 Meter langen Rotorblätter bieten eine um 18 % größere überstrichene Fläche als Vorgängermodelle und steigern die Jahresproduktion um beachtliche 20 %.
Eine der herausragendsten Eigenschaften dieser Windkraftanlage ist ihr Direktantrieb bzw. ihre getriebelose Technologie. Dadurch wird die Anzahl beweglicher Teile reduziert und die Wartungskosten gesenkt. SGRE hat in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IWES in Bremerhaven die Turbine validiert, was ihre Markteinführung beschleunigt hat.
Das Testprogramm der Windkraftanlage SG 8.0-167 DD wurde auf dem hochmodernen DyNaLab-Prüfstand durchgeführt und soll bis 2020 für die Massenvermarktung bereit sein.
Eine klare Strategie für die Zukunft
Siemens Gamesa hat klargestellt, dass die Strategie des Unternehmens auf ein technologisch klar segmentiertes Angebot abzielt. Im Onshore-Bereich konzentriert sich das Unternehmen auf Getriebewindkraftanlagen, während es im Offshore-Bereich ausschließlich auf Direktantriebstechnologie setzt. Diese Entscheidung ermöglicht es Siemens Gamesa, die Lieferketten zu optimieren und seinen Kunden kostengünstigere Produkte anzubieten.
Der Erfolg dieser Produkte spiegelt die harte Arbeit von SGRE wider, sich als wichtiger Akteur der Energiewende zu etablieren. Markus Tacke , CEO von Siemens Gamesa, erklärt: „Diese Strategie ermöglicht es uns, unser Angebot mittelfristig zu fokussieren, Skaleneffekte in unserer Lieferkette zu nutzen und unseren Kunden einen höheren Mehrwert zu bieten.“
Perspektiven für die Zukunft: Projekte und Allianzen
Einer der größten Vorteile von Siemens Gamesa sind die bestehenden Partnerschaften in wichtigen globalen Windenergiemärkten. In Europa arbeitet SGRE weiterhin an bedeutenden Projekten wie Hornsea One und Hornsea Two in Großbritannien und hat kürzlich seine Beteiligung an neuen Windparks in Dänemark und Polen angekündigt, wodurch das Unternehmen in diesen Regionen mehr als 2,8 GW erzeugen wird.
Das Unternehmen forscht zudem an neuen Entwicklungen, um die Leistung seiner Windkraftanlagen weiter zu steigern. Siemens Gamesa plant, künftig Turbinen mit einer Leistung von über 10 MW zu entwickeln und damit seine führende Position im Offshore-Sektor auszubauen.
Neben den jüngsten technologischen Fortschritten investiert Siemens Gamesa weiterhin in neue Onshore-Windkraftanlagenmodelle , die die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in allen Marktsegmenten deutlich verbessern können. Mit diesen Entwicklungen unterstreicht das Unternehmen sein kontinuierliches Engagement für Innovation und Nachhaltigkeit.
Die Zukunft der Windenergie, sowohl an Land als auch auf See, scheint in den Händen von Unternehmen wie Siemens Gamesa zu liegen, die auf immer fortschrittlichere Lösungen setzen, die in der Lage sind, mehr Energie bei geringerer Umweltbelastung zu erzeugen und auch die Betriebskosten zu senken.
Mit der Entwicklung immer effizienterer Technologien sichert sich Siemens Gamesa seinen Platz in der Zukunft der Windenergie. Wichtige Fortschritte in Bezug auf Effizienz, Kostensenkung und Flexibilität sind Faktoren, die dieses Unternehmen als Vorreiter beim Übergang zu einer nachhaltigeren Energiezukunft hervorheben.